„Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten.“
Eine Trauerfeier ist ein zutiefst schmerzliches Ereignis,
Eine würdevolle, gelungene Trauerrede, individuell und persönlich mit viel Herz gestaltet, ehrt den lieben Verstorbenen auf unvergessliche Weise.
Den Hinterbliebenen gibt sie ein tröstendes Gefühl von Stimmigkeit und kann helfen, den Verlust zu bewältigen.
Über mich
Als ich im Alter von 24 Jahren mit dem erschütternden Selbstmord eines Kollegen in unserem, doch so fröhlichen „Theater für Kinder“ konfrontiert war, begann ich mich mit den Fragen nach einem Leben nach dem Tod, mit vielfältigen Möglichkeiten von Spiritualität – abseits der Katholischen Kirche, in deren Rahmen ich aufgewachsen war, zu beschäftigen. 2001 stürzte ein lieber Schauspieler-Freund auf dem Weg zu einer Theaterpremiere von einem Berg ab. Kurz zuvor hatte er mir sehr glücklich über seine neuen Lebenspläne erzählt. 2008 verstarben der Mann und die beiden Kinder meiner Nachbarin, Barbara Pachl-Eberhart, bei einem dramatischen Zugunglück. Als Teamkoordinatorin der „Roten Nasen Clowndoktors-Steiermark“ war ich damals in die Begleitung des Sterbens der Kinder im Krankenhaus, der Trauerbewältigung meiner KollegInnen und in die Begleitung der Witwe involviert. Daher begann ich mich auch mit Trauerphasen, diversen Formen der Achtsamkeit und Selbstfürsorge zu interessieren.
Ich hatte mich also schon öfter mit dem Tod auseinandergesetzt, als 2014 mein damaliger Lebensgefährte, gemeinsam mit meinem Hund, auf tragische Weise verstarb. Obwohl wir damals bereits einige Jahre in einem gemeinsamen Haushalt gelebt hatten und jeden Morgen nebeneinander aufgewacht waren, erfuhr ich von der Beisetzung seiner Urne nichts, denn offiziell gehörte ich „nicht zur Familie“. Erprobte und alte Rituale haben Sinn – für uns, die wir trauern und weiterleben. Ohne einem Grab, zu dem ich gehen konnte, war ich gezwungen, für mich selbst neue und andere Wege für Abschied und Trost zu finden. Auch dies bereichert nun meinen Erfahrungsschatz, die heutige Ruhe und Kraft, die in mir und in meiner Stimme schwingt. Vor Menschen zu sprechen und Texte zu schreiben ist auch sonst mein Beruf.
In letzter Zeit traten immer wieder Freunde und Verwandte mit der Bitte an mich heran, sie in ihrer Trauer zu begleiten und/oder eine Trauerrede zu halten. Nach anfänglichem Zögern, ist dies nun eine sehr besondere, sinnvolle, sehr menschliche Aufgabe für mich geworden, in einer Welt, in der Trauer und der letztendlich unweigerliche Tod jedes Menschen verdrängt werden.
Tröstliche Trauerreden zu halten, sehe ich als einen Dienst an der Gesellschaft, bei dem ich einem Menschen – ohne Wertung – respektvoll die letzte Ehre erweise und seinen Lebensweg, mit allem, was ihn ausmachte, zu würdigen versuche. Jeder Lebensweg bleibt ein einzigartiges, großes, unergründliches – und kurzes – Mysterium.
Meine Intention ist es, eine Trauerfeier durch Worte so mitzugestalten, dass möglichst alle Menschen, die um einen Menschen trauern, einen guten Abschied finden und Kraft für ihr Weiterleben finden können. Mich trägt die Hoffnung und der Wunsch, einen heilsamen Unterschied für Menschen bewirken zu dürfen, deren Leben ich – für einen kurzen Moment – berühre.
Es ist bestimmt ein trauriger Anlass, aber ich freue mich auf ein gutes Gespräch mit Ihnen. Ich werde Ihnen Fragen stellen, Ihnen aufmerksam zuhören und mir mit Ihnen alte Fotos ansehen, um das Wesen Ihres verstorbenen Menschen ganz zu erfassen und Sie an Ihrem schweren Tag – für Sie stimmig – zu begleiten.
MEINE ETHIK:
Es entspricht meinen Werten, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Glauben, seinem Nichtglauben, seinen persönlichen Erfolgen und seinen Verfehlungen Respekt und Wertschätzung verdient – im Leben wie im Tode.
Möge es mir gelingen, jede Trauerrede so zu gestalten, dass sie sowohl dem verstorbenen Menschen, als auch den hinterbliebenen Angehörigen frei von jedem Urteil einen würdevollen, wertschätzenden, Trost spendenden und Verbundenheit stärkenden Abschied beschert!
Und möge die sehr besondere Zeit des Übergangs zwischen Versterben und Begräbnis ein heiliger, unantastbarer Hoheitsraum sein,
in dem alle Zwistigkeiten und Differenzen, sofern es sie gibt, ruhen.
Möge jeder Person, die der Verstorbenen kannte, oder die er liebte, der Raum und das Recht gewährt werden, sich in Stille von der körperlichen Hülle des Verstorbenen zu verabschieden – zu Ehren des Toten und ALLER Hinterbliebenen – in Trauer und Dankbarkeit.
Herzlich!
Andrea Beatrix

